Einleitung
Ist es möglich, einen hochverfügbaren Cluster der Enterprise-Klasse ohne ein Rack voller lärmender Lüfter zu betreiben?
Bei ZimaSpace begeistert es uns, zu sehen, wie Kreative unsere Hardware ausreizen. Heute analysieren wir eine faszinierende Netzwerkmodernisierung des Technikbegeisterten Jonatan Castro. In seinem neuesten Video „Proxmox-VE-8/9-Cluster mit ZimaBoard 2“ widerlegt Jonatan den Mythos, dass man massive, stromhungrige Hardware braucht, um zuverlässige Netzwerkdienste bereitzustellen. Wir sind Jonatan dankbar, dass er sein Fachwissen teilt und der Community ermöglicht, von seiner innovativen Konfiguration zu lernen.
Im Folgenden werfen wir einen Blick auf seinen Proxmox-VE-9-Cluster und sehen uns an, wie er das ZimaBoard 2 für alles Mögliche nutzt – von Home Assistant bis hin zur 4K-Transkodierung.
Proxmox-Hochverfügbarkeitscluster mit Hybridarchitektur
Für einen stabilen Cluster in Proxmox benötigt man in der Regel mindestens drei Knoten, um das „Quorum“ aufrechtzuerhalten – also die Fähigkeit der Knoten, abzustimmen und zu entscheiden, welcher online ist.
In dieser Konfiguration verwendet Jonatan eine clevere Hybridarchitektur:
Das „Gehirn“ (NAS-Knoten): Ein Aostar WRT Max. Derzeit dient es ausschließlich als NAS (Network Attached Storage) mit einer TrueNAS-VM.
Das Arbeitstier: Das ZimaBoard 2. Auf diesem einzelnen Board laufen sämtliche Netzwerkdienste.
Das Q-Gerät (Stichentscheid): Ein Orange Pi 2W. Es ist kein vollständiger Knoten, fungiert aber als Abstimmungsgerät, um den Cluster funktionsfähig zu halten. Außerdem führt es sekundäres DNS und NUT (Network UPS Tools) zur Überwachung der Notstromversorgung aus.
Die goldene HA-Regel:
„Ich kann das ZimaBoard herunterfahren oder neu starten, und die Dienste würden automatisch verschoben, solange sie für Hochverfügbarkeit gekennzeichnet sind.“

Das ZimaBoard 2: Kleines Format, enorme Leistung
Sehen wir uns den Star der Show an. Jonatan hat alle seine Dienste vom größeren Server auf das ZimaBoard 2 (mit Intel-N150/N100-Chip und 16 GB RAM) verlagert, um etwas zu beweisen.
Das Ergebnis? „Es ist absolut verrückt, was man mit einem dieser Mini-PCs alles machen kann.“
Der Dienst-Stack
Derzeit hostet dieses einzelne Board über Proxmox und Docker eine beeindruckende Liste von Anwendungen:
AdGuard Home: Netzwerkweiter Werbeblocker (mit einer sekundären Instanz synchronisiert).
Uptime Kuma: Überwachung der Dienstverfügbarkeit.
Bitwarden: Passwortverwaltung.
Nginx Proxy Manager (NPM): Reverse-Proxy zur Verwaltung von SSL-Zertifikaten und Domains (z. B. truenas.local, plex.local).
Plex Media Server: Zum Streamen von Medien.
Tailscale: VPN-Mesh-Netzwerk (wird als Exit-Node genutzt, damit Familienmitglieder Netflix „von zu Hause aus“ ansehen können).
N8N: Workflow-Automatisierung.
Die „Arr“-Suite: QBittorrent, Radarr, Sonarr usw.
Home Assistant: Das Herz des Smart Homes.
Nextcloud: Persönlicher Cloud-Speicher.
Leistungsdaten
Obwohl all das läuft, ist die Ressourcenauslastung erstaunlich gering:
CPU-Auslastung: Im Leerlauf unter 10%.
RAM-Auslastung: Etwa 10GB von 16GB sind belegt (es bleibt reichlich Spielraum).
Stromverbrauch: Das gesamte System verbraucht durchschnittlich etwa 12-13 Watt.

Transkodierung & Temperaturen
Eine der häufigsten Fragen zu kleinen Single-Board-Servern lautet: Können sie Medien streamen?
Jonatan zeigt dies live. Mit der an den Plex-Container durchgereichten GPU:
Aufgabe: Eine 4K-Datei in 720p HD umwandeln.
Leistung: Das System bewältigt das Puffern mühelos. Wahrscheinlich sind mehrere gleichzeitige 4K-Streams möglich.
Temperaturen: Das ZimaBoard 2 bleibt unter Last mit etwa 52°C - 58°C in einem angenehmen Temperaturbereich.
Tutorial: Das ZimaBoard 2 mit ZimaOS in ein NAS verwandeln
Das Video endet mit einer praktischen Demonstration der Vielseitigkeit des ZimaBoard 2. Jonatan richtet mit ZimaOS ein virtualisiertes NAS ein.
Schritt 1: VM erstellen
Mit einem Proxmox-Skript installiert er ZimaOS.
Zugewiesener Speicherplatz: Eine kleine virtuelle 64-GB-Festplatte für das Betriebssystem.
Ressourcen: Das Betriebssystem selbst benötigt nur wenig RAM und CPU-Leistung.
Schritt 2: Die „Geheimzutat“ – SATA-Passthrough
Dies ist der entscheidende Schritt für die Datenintegrität. Das ZimaBoard 2 verfügt über native SATA-Anschlüsse.
Schließe zwei physische SSDs an das Board an.
Füge in den Proxmox-Hardwareeinstellungen ein PCI-Gerät hinzu.
Wähle den SATA-AHCI-Controller aus und aktiviere „Alle Funktionen“.
„Einer der großen Vorteile dieses Mini-PCs ist, dass er bereits über zwei SATA-Anschlüsse verfügt ... Du kannst ganz einfach zwei 2,5- oder 3,5-Zoll-Laufwerke anschließen.“
Schritt 3: RAID-Konfiguration
Sobald ZimaOS gestartet ist (IP-Adresse über die Konsole ermitteln):
Rufe das ZimaOS-Dashboard auf.
Gehe zum Speicher-Manager.
Wähle die beiden physischen Laufwerke aus, die von Proxmox durchgereicht werden.
Erstelle ein RAID 1-Array.
Jetzt hast du ein voll funktionsfähiges NAS in einer VM, mit direktem Hardwarezugriff auf die Laufwerke für maximale Leistung.

Baue dein eigenes leises Kraftpaket
Dieses Experiment beweist: 2026 braucht man keine Rack-Server aus dem Enterprise-Bereich, um ein robustes HomeLab zu betreiben.
Mit dem ZimaBoard 2 hat Jonatan Castro einen leisen, stromsparenden (12 W) und hochverfügbaren Cluster realisiert. Egal, ob du komplexe Docker-Container ausführst, 4K-Medien transkodierst oder ein RAID-1-NAS verwaltest: Kompakte Hardware erfüllt jetzt auch offiziell anspruchsvollste Anforderungen.
Bereit, deinen eigenen Cluster aufzubauen? Entdecke die Hardware aus diesem Video im ZimaSpace-Shop.
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