Backup ist kein glamouröses Thema – bis zu dem Moment, in dem Ihre Daten verloren sind.
Die Hardware-Konfiguration von ZimaCube verschafft ihm einen natürlichen Vorteil als Backup-Hub: sechs Laufwerksschächte für einen Speicherpool, NVMe-Speicher als schnelles Backup-Ziel und zwei 2,5GbE-Ports für die Datenübertragung. Diese Anleitung führt Sie durch den Aufbau einer dreistufigen Backup-Kette: VMs → PBS → lokaler Speicher → Cloud.
Diese Anleitung geht davon aus, dass Sie bereits Proxmox VE auf ZimaCube ausführen. Wenn Sie noch ZimaOS verwenden, ist die Backup-Strategie anders. Sie können stattdessen die integrierten Snapshot- und Remote-Sync-Funktionen von ZimaOS nutzen.
Schritt 1: Proxmox Backup Server installieren
Proxmox Backup Server, oder PBS, ist die offizielle Backup-Lösung von Proxmox. Es unterstützt inkrementelle Backups, Deduplizierung, Kompression und Verschlüsselung. Es kann auf demselben ZimaCube wie Proxmox VE als virtuelle Maschine laufen.
- Laden Sie das PBS-ISO von proxmox.com herunter.
- Erstellen Sie eine neue VM in Proxmox VE:
- ID: 300
- Name: pbs
- Festplatte: 64GB für die Systemfestplatte
- CPU: 2 Kerne
- Arbeitsspeicher: 4096MB
- Netzwerk: bridged, mit statischer IP-Adresse
- Mounten Sie das PBS-ISO und starten Sie die Installation.
- Der Installationsprozess ähnelt Proxmox VE: Wählen Sie die Zielfestplatte, legen Sie die IP-Adresse fest und konfigurieren Sie das Root-Passwort.
- Nach der Installation rufen Sie die PBS-Weboberfläche in Ihrem Browser auf: https://PBS-IP-Adresse:8007
Schritt 2: Backup-Speicher konfigurieren
PBS benötigt Speicherplatz, um Backup-Daten zu speichern. Es gibt zwei Optionen.
Option A: Durchreichen einer großen HDD- oder NVMe-Festplatte
Wenn Sie ein dediziertes Laufwerk als Backup-Ziel haben:
Initialisieren Sie die Festplatte in PBS. Dieses Beispiel geht davon aus, dass die Festplatte /dev/sdb ist.
Führen Sie dies in der PBS-Shell aus.
mkfs.ext4 /dev/sdb
mkdir /mnt/backup
mount /dev/sdb /mnt/backup
Gehen Sie in der PBS-Weboberfläche zu Administration → Storage/Disks → Verzeichnis → Erstellen. Legen Sie den Pfad auf /mnt/backup fest und benennen Sie ihn backup-store.
Option B: ZFS/NFS-Speicher vom Proxmox-Host einbinden
Fügen Sie der PBS-VM eine zweite virtuelle Festplatte hinzu und platzieren Sie sie im ZFS-Pool mit großer Kapazität von ZimaCube. Für eine Heimumgebung ist dieser Ansatz einfacher.
Schritt 3: Fügen Sie PBS-Speicher in Proxmox VE hinzu
Kehren Sie zur Proxmox VE Weboberfläche zurück:
- Gehen Sie zu Datacenter → Storage → Hinzufügen → Proxmox Backup Server.
- ID: pbs-backup
- Server: die IP-Adresse des PBS
- Benutzername: root@pam
- Passwort: das PBS-Root-Passwort
- Datenspeicher: Wählen Sie den gerade erstellten Backup-Speicher aus
- Klicken Sie auf Hinzufügen
Schritt 4: Erstellen Sie einen Backup-Job
Gehen Sie zu Datacenter → Backup → Add.
| Parameter | Empfohlener Wert | Beschreibung |
|---|---|---|
| Speicher | pbs-backup | PBS-Speicher auswählen |
| Zeitplan | Täglich um 03:00 Uhr | Backups ausführen, wenn niemand das System nutzt |
| Auswahlmodus | Alle | Für die erste Einrichtung alle VMs und CTs sichern |
| Aufbewahrungsrichtlinie | Behalte 7 Tage | Anpassen basierend auf verfügbarem Speicherplatz |
| Kompression | ZSTD | Gutes Kompressionsverhältnis und hohe Geschwindigkeit |
Inkrementelles Backup ist die Kernstärke von PBS. Nur das erste Backup ist ein Vollbackup. Danach übertragen tägliche Backups nur geänderte Datenblöcke. Bei einer typischen Einrichtung mit sechs VMs dauern tägliche inkrementelle Backups meist 5–10 Minuten.

Schritt 5: Benachrichtigungseinstellungen — Nur melden, wenn nötig
Ein gutes Backup-System muss nicht täglich überprüft werden. Es benachrichtigt Sie nur, wenn etwas schiefgeht.
Gehen Sie in der PBS-Weboberfläche zu Configuration → Notifications:
- Fügen Sie eine SMTP-Konfiguration mit Ihrem E-Mail-Konto hinzu.
- Legen Sie Benachrichtigungsregeln fest: Senden Sie keine Benachrichtigungen bei erfolgreichen Backups, benachrichtigen Sie aber sofort, wenn ein Backup fehlschlägt.
Wenden Sie dieselbe Einrichtung auch in Proxmox VE an: Datacenter → Notifications.
So werden Sie das Backup-System meist vergessen – bis Sie eines Tages eine „Backup fehlgeschlagen“-E-Mail erhalten. Dann können Sie das Problem sofort beheben, bevor aus einem kleinen Problem ein großes wird.
Schritt 6: Prune — Alte Backups automatisch bereinigen
Backups sammeln sich im Laufe der Zeit an. Die Prune-Funktion von PBS entfernt automatisch abgelaufene Backups.
Konfigurieren Sie die Prune-Richtlinie in den PBS-Datenspeicher-Einstellungen:
- Behalte tägliche Backups der letzten 7 Tage
- Behalte wöchentliche Backups der letzten 4 Wochen
- Behalte monatliche Backups der letzten 3 Monate
Wenn Sie eine VM in Proxmox VE löschen, entfernt PBS sie automatisch aus dem Backup-Zeitplan. Es werden keine verwaisten Backup-Jobs erstellt, die Speicherplatz verschwenden. Dieses kleine Detail bedeutet, dass Sie nicht bei jedem Löschen einer VM auf beiden Systemen aufräumen müssen.
Schritt 7: Cloud-Backup als letzte Sicherheitsmaßnahme
Lokale Backups schützen Sie nicht vor Feuer oder Diebstahl. Sie benötigen trotzdem eine Cloud-Kopie.
Wenn Sie ein Synology-System haben, egal ob virtualisiert oder separat betrieben, können Sie Cloud Sync verwenden, um das PBS-Backup-Verzeichnis mit Google Cloud, Backblaze B2 oder OneDrive zu synchronisieren:
VMs/CTs → PBS inkrementelle Deduplizierung → ZFS lokaler Speicher → Cloud Sync → Cloud-Speicher
Keine Synology? Hier sind zwei Alternativen:
- rclone: Installiere rclone in PBS und synchronisiere das Backup-Verzeichnis direkt mit S3, Backblaze B2 oder Google Drive.
- Duplicati: Führe Duplicati in einem LXC-Container aus, verschlüssele die Backups und lade sie zu einem beliebigen Cloud-Speicheranbieter hoch.

Der Mythos der „Zirkulären Sicherung“
Um ganz ehrlich zu sein, hat diese Einrichtung eine theoretisch unvollkommene Schleife:
PBS läuft als VM auf dem ZimaCube → PBS schreibt Backup-Daten in den ZFS-Pool des ZimaCube → fällt der gesamte ZimaCube aus, sind alle lokalen Backups gleichzeitig verloren
Das ist ein echtes Risiko und auch ein Punkt, über den viele diskutieren.
Aber in der Praxis funktioniert die Schutzkette so:
- Fällt ein ZimaCube-Laufwerk aus, kann ZFS RAID-Z2 bis zu zwei Laufwerksausfälle ohne Datenverlust verkraften.
- Wenn eine einzelne VM ausfällt, kann PBS sie direkt wiederherstellen.
- Wenn der gesamte ZimaCube ausfällt, etwa durch ein Netzteil- oder Mainboardproblem, wird die Cloud-Kopie zur letzten Absicherung.
Für ein Home-Lab ist Praktikabilität wichtiger als Perfektion. Diese Einrichtung läuft automatisch, warnt dich, wenn etwas schiefgeht, und bietet dir im schlimmsten Fall eine Cloud-Kopie. Sie ist nicht perfekt, aber sie funktioniert.

Verifikation: Ein ungetestetes Backup ist kein Backup
Verbringe jeden Monat 10 Minuten mit einer Wiederherstellungsübung:
- Erstelle eine beliebige Test-VM in Proxmox.
- Verwende PBS, um eine echte VM auf eine andere VM-ID wiederherzustellen.
- Starte die wiederhergestellte VM und bestätige, dass ihre Dienste korrekt laufen.
- Lösche die Test-VM.
Diese 10 Minuten sind deine einzige Verteidigung gegen die Möglichkeit, dass „das Backup tatsächlich schon lange defekt ist, ich es aber nie wusste.“
Zusammenfassung
| Ebene | Werkzeug | Schutzumfang |
|---|---|---|
| Inkrementelles Backup | Proxmox Backup Server | Schnelle VM/CT-Wiederherstellung |
| Lokale Redundanz | ZFS RAID-Z2 | Laufwerksausfall |
| Cloud-Backup | rclone / Cloud-Synchronisation | Gesamtes Geräte-Desaster |
| Verifikation | Monatliche manuelle Wiederherstellungsübung | Backup-Benutzerfreundlichkeit |
| Benachrichtigung | PBS E-Mail-Benachrichtigungen | Menschliche Aufmerksamkeit |
Ein gutes Backup-System ist nichts, das man „einrichtet und vergisst“. Es ist etwas, das man so einrichtet, dass es weiß, wann es dich daran erinnern muss, aufmerksam zu sein.
Danksagung:
Dieser Artikel basiert auf dem ZimaCube Experience Blog des Community-Nutzers Bob. Besonderer Dank an Bob für seine detaillierten Proxmox-Praxisnotizen und seine ehrliche Weitergabe.
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